Name: Der Herr der Ringe
Verlag: Kosmos-Spiele
Sehr gespannt war ich auf die spielerische Umsetzung des Fantasy-Abenteuers von J.R.R. Tolkien. Und ich muss sagen, der Autor Reiner Knizia hat ein durch und durch gelungenes Spiel geschaffen. Es ist kaum möglich, auf alle Feinheiten des Spieles einzugehen, aber ich will versuchen, wenigstens die wichtigsten Spielprinzipien zusammenzufassen.
Das Spiel beinhaltet 3 Spielpläne, einen einseitigen “Hauptspielplan”, sowie zwei beidseitige Spielpläne, welche insgesamt 4 Abenteuerstationen zeigen. Der Hauptspielplan zeigt die 7 Stationen des Spieles, von welchen 4 Abenteuer (Moria, Helms Klamm, Kankras Lauer, Mordor) auf den erwähnten anderen Plänen durchgespielt werden. Desweiteren findet man hier noch die 15 Felder umfassende Leiste, auf welcher die Hobbits (von der Seite des Lichts) und Sauron (von der Dunkelheit) aufeinander zumarschieren. Sollte ein Hobbit mit Sauron auf einem Feld zusammentreffen, scheidet dieser Hobbit-Charakter aus dem Spiel aus, passiert dasselbe mit dem derzeitigen Ring-Träger, hat die dunkle Seite gesiegt.
Die Mitspieler schlüpfen in die Rollen der verschiedenen Hobbits. Kooperatives Spielen ist angesagt, gemeinsam gegen den dunkeln Herrscher Sauron. Dies ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, funktioniert aber im weiteren Spielverlauf immer besser. Auf den vier speziellen Abenteuer-Spielplänen findet man 3 oder 4 Aktionsleisten, sowie die Ereignisleiste. Eine der Akionsleisten ist die Hauptaktionsleiste, welche über die 4 Pläne mit den Zahlen 1-60 durchnummeriert ist. Diese Leiste muss in jedem Abenteuer bis zum Ende durchgespielt werden, die Bewegungen auf den anderen Aktionsleisten sind optional (aber durchaus notwendig zum Überleben). Gezogen wird auf diesen Leisten mit Positionsmarkern. Die Bewegungen erfolgen einerseits durch das Aufdecken der Ereignisplättchen, sowie auch optional durch das Ausspielen von 1-2 Hobbit-Karten. Man kann allerdings statt Karten auszuspielen auch 2 Hobbit-Karten nachziehen, oder seine Spielfigur auf dem Hauptplan wieder ein Feld in Richtung Licht bewegen.
Die Ereignisplättchen zeigen diverse Symbole entsprechend zu den Symbolen an den Aktionsleisten. Wird z.B. ein Plättchen mit Symbol “Freundschaft” aufgedeckt, kann in der entsprechenden Aktionsleiste ein Feld vorgerückt werden. Wird ein Symbol “Sonnenuhr” aufgedeckt, wird auf der Ereignisleiste gezogen. Dort müssen Aufgaben erfüllt werden. Wird der Aufgabe erfüllt (z.B. 3 Hobbitkarten mit einem bestimmten Symbol abgeben), passiert nichts. Wird die Aufgabe nicht erfüllt hat dies negative Auswirkungen (z.B. Sauron wird ein Feld bewegt oder ein Hobbit zieht 1-3 Felder in Richtung Dunkelheit u.s.w.).
Auf den Aktionsleisten kann man Gegenstände einsammeln, welche man im weiteren Verlauf des Spieles benötigt, Lebensplättchen mit Ringen, Herzen und Sonnen, sowie Schilder. Die Schilder werden auch zum bestehen der Ereignistafeln benötigt, ausserdem kann man damit die 5 Gandalf-Sonderkarten aktivieren, welche den Spielern in schwierigen Situationen weiterhelfen können. Weitere Sonderkarten können auch noch durch Ziehen auf den diversen Aktionsleisten erworben werden. Auf einigen Aktionsleisten und Ereignisfeldern befinden sich Felder, auf welchen ein Würfel abgebildet ist. Hier muss gewürfelt werden, was zu 5 von 6 Möglichkeiten auch wieder ein negatives Ereignis zur Folge hat.
Ist ein Abenteuer-Plan zu Ende gespielt, benötigt jeder Hobbit je eines der Lebenssymbole. Hat er diese nicht, rückt er ensprechend der fehlenden Symbole soviele Felder in Richtung Dunkelheit. Zu erwähnen ist noch, dass jeder Hobbit noch eine besondere Fähigkeit hat, und der Ring-Träger pro Abenteuer einmal den “Ring einsetzen” kann, d.h. er würfelt einmal und es können dadurch (1-4) bedrohliche Felder auf einer Akionsleiste übersprungen werden.
Gelingt es der Gruppe auf dem letzten Plan (Mordor) das Feld Nr. 60 zu erreichen, ist noch einmal ein Würfelwurf fällig, und ist dieser überstanden, hat die Gemeinschaft gegen Sauron gewonnen. Gelingt es nicht dieses Feld zu erreichen ist Sauron Sieger, ebenso, wenn im Plan Mordor die letzte Ereignistafel betreten wird oder Sauron alle Hobbits auf dem Hauptplan “gefangen” hat.
Das Spiel begeistert insbesondere nach mehrmaligem Spielen (keine Sorge, wenn man zu Beginn noch nicht viel versteht), und wenn die Hobbit-Gemeinschaft erst mal ein wenig eingespielt ist, ist es auch möglich den Plan “Mordor” zu überstehen. Auch Gegner von kooperativen Spielen werden an dem Spiel gefallen haben. Es ist perfekt durchdacht und in Szene gesetzt, das Spielmaterial ist von hochwertiger Qualität.
Ich bedanke mich bei der Firma Kosmos-Spiele für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.
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