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Gesellschaftsspiele der Römer – was spielte man in der Antike?

ROMBOL GesellschaftsspieleGesellschaftsspiele existieren bereits seit tausenden Jahren und sind ein toller Zeitvertreib für Groß und Klein. Sie bringen Spaß, Entspannung und können verschiedene Fähigkeiten wie Motorik oder Kondition fördern. Während sie heutzutage zwar gern gesehen sind, jedoch nicht mehr denselben Stellenwert wie Medien oder außerhäusliche Aktivitäten (Kino etc.) haben, waren Gesellschaftsspiele im römischen Reich genauso wichtig wie arbeiten. Nun denken Sie eventuell an Gladiatorenspiele oder Wagenrennen, wie es in Hollywoodfilmen dargestellt wird. Jedoch gab es eine viel größere Spannbreite an Gesellschaftsspielen, welche einen Großteil der Freizeit von Kindern und Erwachsenen gestalteten. Welche Spiele genau das waren, was für Materialien dafür verwendet wurden und welche der Spiele heute noch in ähnlicher Form existieren, erfahren Sie hier.

Welche Arten von Gesellschaftsspielen gab es?

Gesellschaftsspiele der Römer - was spielte man in der Antike?Damals wie heute ist es uns ein Drang, unsere Geschicklichkeit allein oder mit anderen im Team zu messen. Gesellschaftsspiele sind dafür perfekt geeignet und bieten zudem eine angenehme Abwechslung zum Alltag. Die Zeit, welche Römer mit Spielen verbringen konnten, nannten sie „Otium“, sprich die Zeit, in der sie nicht arbeiten mussten, im Gegensatz zum „Negotium“, was den Zeitraum beschrieb, in welchem sie ihren Pflichten nachgingen. Dabei war ihnen eine Otium-Phase mit Gesellschaftsspielen besonders wichtig. Manche Spiele (römisch: Ludus) waren dabei lediglich ein schöner, kurzer Zeitvertreib, andere Spiele, zum Beispiel Würfelspiele, wurden genutzt, um mit Wetteinsätzen Gewinne zu erzielen oder Gegner um ihre materiellen Güter zu schlagen. Daher wurden im römischen Reich sogar Glücksspiele verboten. Zudem wurden damals „Circus-Spiele“, zu welchen z.B. Gladiatorenwettkämpfe, Wagenrennen, Sportwettbewerbe u.a. gehörten, als Gesellschaftsspiele anerkannt. Diese werden hier jedoch nicht weiter thematisiert.

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Folgende Gesellschaftsspiele gab es damals:

Kinderspiele im römischen Reich

Römische Kinder verbrachten ihre meiste Freizeit auf der Straße, egal ob in der Unterrichtspause oder am Nachmittag. Beliebt waren z.B. Lauf-und Fangspiele wie Bronzefliege, eine damalige Variante von Blinde Kuh oder Diet et Nox, ein Gruppen-Fangspiel. Ballspiele wurden mit Lederbällen oder Stoffbällen mit Federn gefüllt gespielt. Die Kinder spielten Pilamalleus, das als Vorreiter von Feldhockey gilt und bei dem zwei Teams mit Stöcken Bälle in aufgemalte Tore schossen oder aber Trigon (Dreierball), bei welchem drei Kinder in einem Dreieck stehend gleichzeitig drei Bälle zueinander warfen – wer einen Ball fallen ließ, verlor ein Leben. Auch beliebt waren Spiele mit Naturmaterialien, denn diese Gegenstände ließen sich meistens auftreiben.

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Bekannte Nussspiele

Ludus Castellorum beschrieb ein Wurfspiel aus vier Nüssen, mit denen eine Pyramide gebaut wurde, welche man mit anderen Nüssen zum Einsturz bringen musste. Dieses Spiel konnten Kinder auch allein spielen. Es erinnert an das heutige Dosenwerfen. Ludus Tabulae Obliquae hingegen wurde mit einem Brett gespielt. Bei diesem Spiel wurde eine Nuss vor ein schief aufgestelltes Brett gelegt. Die Kinder, mindestens zwei, ließen abwechselnd ihre Nuss die Ebene runterkullern. Wer die vor dem Brett liegende Nuss traf, bekam sie. Am Ende gewann das Kind, das die meisten Nüsse gesammelt hatte. Weitere Nussspiele waren „Tropa“  (Nuss versenken) oder „Ludus Castellorum“ („Kastellspiel“)

Tipp! Spiele mit Nüssen kamen nur bei Kindern vor. Wuchsen sie zu Erwachsenen heran, erkannte man dies daran, dass sie Nussspiele sein ließen.

Knöchelchenspiele

In der Antike spielte man mit „Astragalen“, was Sprunggelenksknochen von Schafen oder Ziegen waren, denn diese haben vier Flächen, denen man unterschiedliche Punkte zuteilte. So konnte man Würfelspiele mit ihnen spielen. Nach dem Wurf wurden einfach alle Punkte zusammengezählt. Wer von jeder Seite eine warf, bekam die Höchstzahl (Venus), die niedrigste Zahl hieß Canis. Ein Geschicklichkeitsspiel mit Knöchelchen hingegen war damals, die Knochen in die Luft zu werfen und zu versuchen, so viele wie möglich mit dem Handrücken zu fangen.

Erwachsenenspiele im Römischen Reich

Während Kinder oft einfache Materialien aus der Natur nutzten, besaßen erwachsene Römer durchaus raffiniertere Brettspiele. Sie stellten diese aus Holz, Ziegelsteinen oder Marmorplatten her, wobei die Spielbretter aus den harten Materialien teilweise heute noch gut erhalten sind. Obwohl damals Glücksspiele, wozu Würfelspiele gehörten, verboten waren, wurden diese dennoch hinter verschlossener Tür in privater Runde häufig gespielt.

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Brettspiele

Einige Brettspiele, die im antiken Rom beliebt waren, gibt es heute noch. So auch „Merels“, welches wir als Mühle kennen. Davon gab es mehrere Varianten: die klassische große Mühle mit 9 Steinen, eine kleine Mühle und eine Rundmühle, welche beide mit je 3 Steinen pro Person gespielt wurden. Ein anderes Brettspiel war das Soldatenspiel Ludus Latrunculorum, welches auf einem gitterartigen Spieltisch gespielt wurde, das wiederum für verschiedene Spiele genutzt werden konnte.

Spannend: Das Soldatenspiel gilt als Vorreiter des heutigen Schach-Spieles. Auch eine Form von Dame gab es bereits im römischen Reich.

Würfelspiele

Glücksspiele waren zwar verboten, wurden im eigenen Heim oder Tavernen dennoch viel gespielt. Ein solches Spiel ist ein Vorreiter vom heutigen Backgammon-  „Tabula“. Damals spielte jeder Spieler mit 12 Linien und 3 Würfeln im eigenen Spielfeld. Das Spiel wurde aus Mesopotamien übernommen und die Regeln verfeinert. Dasselbe Spielfeld wurde auch für andere Würfelspiele benutzt. Zwar nutzten erwachsene Römer auch Astragalen zum Würfeln, generell wurden jedoch richtige sechsseitige Würfel aus Elfenbein verwendet. Jeder Spieler warf 3 Würfel auf einmal und die höchste Augenzahl gewann. Sie erfanden sogar einen Würfelturm, durch den jegliches Schummeln verhindert wurde.

Welche Spiele gibt es heute noch?

Die genauen Regeln vieler Gesellschaftsspiele sind heute nicht mehr bekannt, nur wenige Regeln wurden in der antiken Literatur beschrieben. Dazu gehören die Vorreiter von Spielen wie Mühle, Backgammon oder Dame, wobei die Regeln von Mühle sich kaum oder gar nicht verändert haben. Auch Ballspiele, dessen Spielablauf Rugby, American Football oder Feldhockey ähneln, wurden schon im römischen Reich erfunden oder aus älterer Zeit übernommen.

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Folgende Spiele gelten als Vorreiter moderner Gesellschaftsspiele:

Gesellschaftsspiele Römisches Reich Bezug zu Heute
Pilamalleus Feldhockey
Ludus Castellorum Dosenwerfen
Merels Mühle
Ludus Latrunculorum Schach
Tabula Backgammon

Vor-und Nachteile von damaligen Gesellschaftsspielen

  • hoher Stellenwert beim Volk
  • brachten Entspannung und Abwechslung
  • einfache Regeln für alle Schichten
  • für alle Altersgruppen
  • oft aus simplen Materialien
  • Würfelspiele waren verboten und die Spieler wurden bestraft
  • Spielbretter mussten oft selbst hergestellt werden

Bildnachweise: Adobe Stock / steftach, Amazon / ROMBOL

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