Spiele des Jahres – eine der wichtigsten Auszeichnungen für Spielehersteller

Spiele des JahresDer „Spiel des Jahres„-Preis wurde in Deutschland zum ersten Mal im Jahr 1979 vergeben. Anhand dieser Bewertung können Neulinge also erkennen, welche Spiele wirklich empfehlenswert sind. Dabei kommt die Experten-Jury aus dem Verein Spiel des Jahres e.V. zusammen und überprüft genau, welches Spiel nun das beste des ganzen vergangenen Kalenderjahres ist. Mit dem Preis möchte man allen passionierten Brett- und Kartenspielern nicht nur eine wichtige und sehr nützliche Orientierungshilfe bieten, sondern Gesellschaftsspiele auch als wichtiges Kulturgut hervorhoben. Die Spielidee, das Regelwerk, das Layout sowie das Design werden allesamt einzeln bewertet und fließen in die Gesamtnote mit ein.

Spiel des Jahres im Test

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Die Geschichte vom Spiel des Jahres

Spiele des JahresViele begeisterte Gamer werden sich vielleicht wundern, dass es der Fußball war, der entscheidend zur Entwicklung dieses renommierten Spielepreises beigetragen hat. Die Idee stammt dabei von Jürgen Herz. Im Jahr 1978 hatte dieser zum ersten Mal die Gelegenheit dazu, dass er seinen Vorschlag auf der Spielwarenmesse einem größeren Publikum unterbreiten konnte. Man kam in einer Runde von Verlegern, Spieleautoren und Journalisten in einer Privatwohnung in Erlangen zusammen, die alle die Messe besuchten.

Nun witterte Jürgen Herz seine Chance und gab den Anstoß zur „Spiel des Jahres“-Wahl. Auch seine Begründung, warum dieser Preis wichtig sei, kam bei den Anwesenden an. Schließlich macht der Preis deutlich, dass jedes Jahr neue Spiele am Markt erscheinen und dass viele von ihnen so empfehlenswert sind, dass man sie speziell hervorheben müsse. Es entbrannte eine heiße Diskussion und die praktische Umsetzung der Idee war noch nicht zugesichert.

Doch zum Glück fand im Jahr 1978 wie Fußball-WM in Argentinien statt und die Firma Mieg veranstaltete ein Presseevent, um ihr Tipp-Kick Tischfußballspiel zu vermarkten. Am Rande dieses Events blieb den anwesenden Vertretern aus der Spielebranche dann Zeit, um die Gründung des „Spiel des Jahres e.V.“ endgültig zu verankern. Dabei bot die Vereinsgründung bei der Vergabe dieses wichtigen deutschen Spielepreises die folgenden Vorteile:

  • Alle wahlberechtigten Mitglieder sind von dem Vertrieb und der Spieleherstellung unabhängig
  • Es herrscht ein transparentes Wahlverfahren vor
  • Der Verein sorgt für die nötige Unabhängigkeit sowie Kontrolle der Abstimmung

Die Bedeutung des „Spiel des Jahres“-Preis

Während die Idee eines solchen Preises in der Gründungsphase noch stark diskutiert wurde, hätte sich wohl kaum jemand die Bedeutung des „Spiel des Jahres“-Preises für Unternehmen träumen lassen. Denn auch noch Jahre später sorgt diese Auszeichnung für gesteigerte Absatzzahlen bei den jeweiligen Konzernen, die die Spiele produzieren. Zum Teil ist die Preisvergabe sogar als positive Entwicklung beim Börsenkurs des jeweiligen Spieleverlegers zu verspüren. Inzwischen gibt es übrigens nicht mehr nur einen Preis, sondern man hat sich dazu entschlossen, das es besser ist, wenn man die verschiedenen Spieletypen in drei Kategorien ehrt. Also wird der renommierte Kritikerpreis mittlerweile wie folgt vergeben:

  • Spiel des Jahres
  • Kennerspiel des Jahres
  • Kinderspiel des Jahres

Einige der „Spiel des Jahres“-Preisträger in der Übersicht

  • Hase und Igel – 1979 (das erste Spiel des Jahres)
  • Rummikub – 1980
  • Scotland Yard – 1983
  • Adel Verpflichtet – 1990
  • Bluff – 1993
  • El Grande – 1996
  • Carcassonne – 2001
  • Alhambra – 2003
  • Thurn und Taxis – 2006
  • Zooloretto – 2007
  • Camel Up – 2014

Vor- und Nachteile der Spiele des Jahres

  • Bekanntmachung von Spielen
  • Steigerung der Absatzzahlen der Hersteller
  • für Außenstehende keine ersichtliche Bergründung

Das Kenner- und Kinderspiel des Jahres

Der Preis für das „Kennerspiel des Jahres“ wird erst seit dem Jahr 2011 vergeben. Auch hierzu gibt es eine Nominierungsliste, welche bekanntgemacht wird. Im Vergleich zum regulären „Spiel des Jahres“-Preis fallen die Spiele, die für das Kennerspiel nominiert sind, deutlich komplexer aus. Es handelt sich also nicht um Familienspiele, die beim Spiel des Jahres allgemein im Vordergrund stehen, sondern um Spiele, die vor allem erfahrenen Spielern, die sich gerne mal den Kopf ordentlich zerbrechen, viel Freude machen dürften.

Der „Kinderspiel des Jahres“-Preis ist hingegen schon älter. Von 1989 bis zum Jahr 2000 gab es nämlich einen Sonderpreis Kinderspiel.

Tipp! Im Jahr 2001 entschloss man sich dann allerdings, dass man einen eigenen Preis daraus machen wollte. Es sind drei Mitglieder des Vereins sowie drei Personen aus dem Beirat, welche seit 2001 die Entscheidung treffen, welches Spiel als „Kinderspiel des Jahres“ geehrt werden soll.

Firma Ravensburger AG Pegasus Spiele Verlags- und Medienvertriebsgesellschaft mbH Queen Games GmbH
Gründungsjahr 1883 1992 1992
Besonderheiten
  • führender Spielwarenhersteller
  • hat gemeinnützige Stiftung mit Schwerpunkt Familie und Bildung
  • mit „Istanbul“ Kennerspiel 2014
  • mit „Camel up“ Spiel des Jahres 2014
  • soziales Engagement in Indien
  • Alhambra – Spiel des Jahres 2003

Die Wahl zum Spiel des Jahres

Im Laufe der Jahre hat sich das Wahlverfahren zum Spiel des Jahres natürlich geändert. Bis in das Jahr 1998 hinein war es so, dass zunächst eine Bestenliste aufgestellt wurde. Eine Jury wählte zwischen fünf und zwölf Titeln aus, welche den Sprung auf diese heiß begehrte Liste schafften. Eines der Spiele aus dieser Liste wurde dann zum Spiel des Jahres. Die restlichen Spiele hatten sich hingegen die Anerkennung verdient, dass sie es bis auf die Auswahlliste zum Spiel des Jahres geschafft hatten.

Von 1999 bis 2003 war es dann so, dass bis zu 13 Spiele für die Auswahlliste ausgewählt werden konnten. Ab 2004 wurde die Auswahlliste jedoch abgeschafft und durch eine Nominierungsliste ersetzt, welche fortan nur noch fünf Titel enthielt. Ab 2011 schrumpfte die Anzahl der nominierten Spiele auf drei. Dafür kam eine Empfehlungsliste hinzu. Im Übrigen ist es so, dass immer nur Spiele des aktuellen Jahrgangs eine Chance auf diesen wichtigen Kritikerpreis haben. Das Erscheinungsdatum muss also irgendwo zwischen Mitte des vorherigen Kalenderjahres und März dieses Jahres liegen.

Tipp! Eine Vergabe von Sonderpreisen zusätzlich zu den genannten Hauptpreisen ist der Jury durchaus gestattet.